Die beiden 5. Primarklassen haben sich unter der Leitung von Jean-Luc Reichel, Musiklehrer an der Musikschule unteres Worblental, zu einer Bläserklasse formiert. Mit 36 Schülerinnen und Schülern sind sie die erste Gross-Bläserklasse in der Schweiz.
Die Bläserklasse ist eine Unterrichtsform, in der jede Schülerin und jeder Schüler im Rahmen des normalen Musikunterrichts der Volksschule ein Orchesterblasinstrument systematisch erlernt und damit von Anfang an im Klassenverband musiziert. Die Lerninhalte des Musikunterrichts werden so durch aktives Musizieren erarbeitet.
Motivation und Erfolg als Klassenerlebnis sind auch soziale Erfolge. So ist die Klassengemeinschaft in Bläserklassen durch das gemeinsame Ziel sehr stark. Einander zuhören, Rücksicht nehmen und sich gegenseitig unterstützen sind wichtige Schlüsselqualifikationen für Teamfähigkeit, die in einer Bläserklasse spielerisch erworben werden. Letztlich also auch ein Präventionsbeitrag gegen Gewalt in der Schule.
Seriöse Untersuchungen belegen immer mehr, dass Kinder, die ein Musikinstrument systematisch erlernen, auch in anderen schulischen Bereichen davon profitieren. So steigt die Konzentrationsfähigkeit; Ausdauer und Merkfähigkeit werden stärker, was die schulischen Leistungen insgesamt fördert.
Aufgrund des bisherigen Erfolgs in der Bläserklasse und die positiven Rückmeldungen sind nun für die Optimierung des Unterrichts zusätzliche Lektionen für Assistenzlehrpersonen, die den Musiklehrer alle 14 Tage unterstützen, vorgesehen. Durch die Mithilfe von Assistenzlehrpersonen können einzelne Instrumentengruppen parallel unterrichtet werden. Die Schüler können so vom Unterricht mehr profitieren und Fortschritte am Instrument können gezielt gefördert werden.
Der finanzielle Aufwand für die Zusatzlektionen beträgt ca. Fr. 8300.- pro Jahr (ohne Zusatzlektionen ist das Projekt für Kanton und Gemeinde kostenneutral). Diese Mehrkosten sollen durch Sponsoringbeiträge von Institutionen und Privatpersonen finanziert werden.
Der Gemeinderat unterstützt das Projekt Bläserklasse mit einer Defizitgarantie von 50% der Kosten für die Zusatzlektionen.
Die 36 Instrumente, welche die Kinder während zwei Jahren ausgeliehen erhalten, wurden durch eine Stiftung finanziert, die nicht namentlich genannt werden möchte.
Der Gemeinderat


