Gruppe Umwelt & Natur

Problempflanzen erkennen, bekämpfen & entsorgen

Invasive Neophyten breiten sich rasch aus und schaden unserer Natur, mancherorts auch der Gesundheit. Diese Übersicht hilft, die wichtigsten Arten in Stettlen zu erkennen und richtig zu handeln.

Begleitinformation zum Neophytensack
Hintergrund

Was sind invasive Neophyten?

Als Neophyten bezeichnet man gebietsfremde Pflanzen, die nach 1492 (Entdeckung Amerikas) als Nutz- oder Gartenpflanzen oder unbeabsichtigt zu uns gelangten. Die meisten haben sich gut eingegliedert und bereichern die Artenvielfalt. Ein kleiner Teil ist jedoch invasiv: Diese Arten breiten sich über Samen, Wurzeln oder Sprossteile rasch aus und schaden dem hiesigen Ökosystem.

Welche Probleme verursachen sie?

  • gefährden die Gesundheit von Menschen und Tieren
  • verdrängen einheimische Pflanzen- und Tierarten
  • verursachen teure Schäden an Bauwerken
  • führen bei unkontrollierter Ausbreitung zu hohen Beseitigungskosten

So bekämpfen Sie wirkungsvoll

  1. Pflanzen frühzeitig vor dem Absamen entfernen.
  2. Verseuchte Bestände regelmässig jäten.
  3. Nicht ausgrabbare Pflanzen wiederholt schwächen – Blätter und Triebe entfernen oder ringeln.
  4. Pflanzen immer im Kehricht entsorgen – nie im Kompost.
Anleitung

So funktioniert der Neophytensack

In drei Schritten
1

Sack gratis beziehen

Beim Gemeindehaus (Bernstrasse 116) oder an den vier Standorten im Dorf – kostenlos und ohne Anmeldung erhältlich.

2

Problempflanzen einfüllen

Nur invasive Neophyten samt Wurzeln, Blüten und Samen einfüllen – keine übrigen Garten- oder Grünabfälle.

3

Vollen Sack zurückgeben

An einem der vier Standorte deponieren oder mit dem normalen Kehricht bereitstellen – beides wird abgeholt.

Wichtig: Problempflanzen nie auf den Kompost oder in die Grünabfuhr geben – sonst verbreiten sich Samen und Wurzelteile weiter.

Bezugsstellen

Wo gibt es den Neophytensack?

kostenlos beim Gemeindehaus und an vier Standorten im Dorf

Adressen und Routen finden Sie auch in der Liste unten. Kartendaten © OpenStreetMap-Mitwirkende.

★

Gemeindeverwaltung Stettlen

Nur Bezug

1

Tennisplatz

Bezug & Rückgabe

2

«Brücke Stigmatte» (Utzlenbergstrasse)

Bezug & Rückgabe

3

Bahnübergang Moosweg/Flurweg

Bezug & Rückgabe

4

Kurve Bergackerstrasse

Bezug & Rückgabe

Bestimmung

Die Problempflanzen

Suchen oder filtern Sie die wichtigsten Arten
Kanadische / Riesen-Goldrute (Solidago canadensis / S. gigantea)

Kanadische / Riesen-Goldrute

Solidago canadensis / S. gigantea

Herkunft
Nordamerika
Höhe
50–250 cm
Blüte
Juli–Oktober
Ausbreitung
rund 19’000 Flugsamen pro Stängel, dazu unterirdische Ausläufer
Vorkommen
Gärten, Brachland, Böschungen, extensive Wiesen

Gefahrbreitet sich rasch aus und verdrängt einheimische Arten

BekämpfungVor dem Verblühen ausgraben und im Kehricht entsorgen.

Riesen-Bärenklau (Heracleum mantegazzianum) Hautkontakt unbedingt vermeiden

Riesen-Bärenklau

Heracleum mantegazzianum

Herkunft
Kaukasus
Höhe
bis 3 m
Blüte
Juli–September
Ausbreitung
über 10’000 Samen pro Pflanze, bis 7 Jahre keimfähig
Vorkommen
feuchte, nährstoffreiche Ufer und Waldränder

GefahrHautverbrennungen bei Berührung und Sonnenlicht; verdrängt einheimische Pflanzen

BekämpfungBlüten abschneiden, Pflanze ausgraben und im Kehricht entsorgen.

Drüsiges Springkraut (Impatiens glandulifera)

Drüsiges Springkraut

Impatiens glandulifera

Herkunft
Himalaya
Höhe
50–250 cm
Blüte
Juli–September
Ausbreitung
bis 4000 Samen pro Pflanze, bis 7 m weit weggeschleudert
Vorkommen
feuchte Ufer, Wälder und Gärten

Gefahrbreitet sich rasch aus, verdrängt einheimische Arten, fördert Erosion an Gewässern

BekämpfungVor der Blüte ausreissen, im Kehricht entsorgen; über mehrere Jahre wiederholen.

Japanischer Knöterich (Reynoutria japonica)

Japanischer Knöterich

Reynoutria japonica

Herkunft
Asien
Höhe
bis 3 m
Blüte
August–September
Ausbreitung
über Wurzeln und Rhizome – 1 cm Rhizom genügt für eine neue Pflanze
Vorkommen
Ufer, Wälder, Gärten – praktisch überall

Gefahrbildet grosse Bestände, durchbricht Teerbeläge und destabilisiert Böschungen

BekämpfungKompletter Aushub inkl. Wurzeln, danach Kontrolle über mehrere Jahre.

Einjähriges Berufkraut (Erigeron annuus)

Einjähriges Berufkraut

Erigeron annuus

Herkunft
Nordamerika
Höhe
30–150 cm
Blüte
Juli–Oktober
Ausbreitung
bis 50’000 Samen pro Pflanze, vom Wind verweht
Vorkommen
Brachland, Weg- und Bahnböschungen, Äcker, Wiesen

Gefahrbreitet sich rasch aus und verdrängt einheimische Pflanzen auf Ökoflächen

BekämpfungVor der Samenbildung jäten und im Kehricht entsorgen; mehrjährig wiederholen.

Robinie / falsche Akazie (Robinia pseudoacacia) giftig · zum Ringeln

Robinie / falsche Akazie

Robinia pseudoacacia

Herkunft
Nordamerika
Höhe
Baum bis 30 m
Blüte
Mai–Juni
Ausbreitung
Hülsenfrüchte bis 100 m windverbreitet, 10 Jahre keimfähig; Wurzelausschläge
Vorkommen
Magerwiesen, Waldränder, Ödland, felsige Hänge

Gefahrverdrängt heimische Arten; Samen, Blätter und Rinde sind giftig

BekämpfungJungpflanzen jäten, Bäume ringeln, nachroden; Holz verbrennen, Grünteile in den Kehricht.

Sommerflieder (Buddleja davidii)

Sommerflieder

Buddleja davidii

Herkunft
Asien
Höhe
2–4 m
Blüte
Juli–August
Ausbreitung
ca. 3’000’000 Samen pro Jahr, windverbreitet, bis 40 Jahre keimfähig
Vorkommen
trockene, kiesige Standorte, Bahnböschungen, Flussufer

Gefahrdichte Bestände verdrängen einheimische Pflanzen auf wertvollen Standorten

BekämpfungVor dem Verblühen ausgraben und im Kehricht entsorgen.

Essigbaum (Rhus typhina) Milchsaft reizt die Haut · zum Ringeln

Essigbaum

Rhus typhina

Herkunft
Nordamerika
Höhe
5–8 m
Blüte
Mai–Juni
Ausbreitung
starke Ausbreitung über Wurzelausläufer
Vorkommen
Gärten, Waldränder, Deponien, Schuttablagerungen

Gefahrverdrängt einheimische Pflanzen; Wurzeln schädigen Bauwerke; Milchsaft reizt die Haut

BekämpfungJungpflanzen jäten, Bäume ringeln, nachjäten; Holz verbrennen, Grünteile in den Kehricht.

Götterbaum (Ailanthus altissima) allergieauslösend · zum Ringeln

Götterbaum

Ailanthus altissima

Herkunft
China und Nordkorea
Höhe
Baum bis 30 m
Blüte
Juni–Juli
Ausbreitung
bis 325’000 Flugsamen pro Baum, Stockausschläge und Wurzelausläufer
Vorkommen
Restflächen, Strassen-, Industrie- und Bahnareale

Gefahrbildet grosse Bestände; Rinde und Blätter können Hautreaktionen, Pollen Allergien auslösen

BekämpfungJungpflanzen jäten, Bäume ringeln, nachjäten; Holz verbrennen, Grünteile in den Kehricht.

Kirschlorbeer (Prunus laurocerasus)

Kirschlorbeer

Prunus laurocerasus

Herkunft
Westasien
Höhe
bis 6 m
Blüte
April–Mai
Ausbreitung
viele Früchte (Kirschen), durch Vögel verbreitet
Vorkommen
Gärten, Parks, Wälder, Hecken (sehr schattenverträglich)

Gefahrrasche Ausbreitung durch Vogelkot; verdrängt heimische Kräuter und Gehölze

BekämpfungJungpflanzen jäten, grössere ausgraben, Austriebe entfernen; Grünteile in den Kehricht.

Schmalblättriges Greiskraut (Senecio inaequidens) giftig für Vieh

Schmalblättriges Greiskraut

Senecio inaequidens

Herkunft
Südafrika
Höhe
40–60 cm
Blüte
Mai–Oktober
Ausbreitung
bis 30’000 Flugsamen pro Pflanze, mind. 2 Jahre keimfähig
Vorkommen
Restflächen, Strassen-, Industrie- und Bahnanlagen, magere Wiesen

Gefahrverdrängt einheimische Pflanzen; giftig für Vieh, Gift bleibt in Heu und Silage

BekämpfungVor der Blüte mit Wurzeln ausreissen, im Kehricht entsorgen; nachjäten.

Jakobskreuzkraut (Senecio jacobaea) giftig für Vieh

Jakobskreuzkraut (kein „richtiger“ Neophyt)

Senecio jacobaea

Herkunft
Europa und Westasien
Höhe
30–100 cm
Blüte
Juni–August
Ausbreitung
tausende Flugsamen pro Pflanze, windverbreitet
Vorkommen
Wiesen, Weiden, Restflächen, Ufer- und Waldränder

Gefahrgiftig für Vieh; Gift reichert sich im Körper an und bleibt in Heu und Silage

BekämpfungVor dem Verblühen ausreissen und im Kehricht entsorgen.

Keine Pflanze gefunden. Bitte Suchbegriff oder Filter anpassen.

Methode

Ringeln

bei Robinie, Essigbaum und Götterbaum

So funktioniert das Ringeln

Im Februar: Entrindung auf 80–90 % des Stammumfangs (verhindert das Neuaustreiben), 15 cm breit in ca. 1 bis 1,5 m Stammhöhe. Der wenig verbleibende Saft ernährt den Baum, er kann aber keine Reserven mehr anlegen.

Im Folgejahr (Juni): nach dem Erscheinen von Blättern und Blüten auf dem gesamten Stammumfang ringeln.

Empfehlung: alle Robinien einer Population ringeln (auch Stämme Ø < 10 cm). Geringelte bzw. abgestorbene Bäume im folgenden Februar fällen.

Ringeln eines Baumstamms Geringelte Rinde am Stamm
Mitmachen

Kontakt & Bestimmungshilfe

Mithelfen

Freiwillige, die mithelfen möchten, sind herzlich willkommen.

Freiwillige:r werden

Fragen & Auskünfte

Bauverwaltung der Gemeinde Stettlen, Gruppe Umwelt & Natur,
Bernstrasse 116, 3066 Stettlen

031 930 88 48 E-Mail schreiben