Was sind invasive Neophyten?
Als Neophyten bezeichnet man gebietsfremde Pflanzen, die nach 1492 (Entdeckung Amerikas) als Nutz- oder Gartenpflanzen oder unbeabsichtigt zu uns gelangten. Die meisten haben sich gut eingegliedert und bereichern die Artenvielfalt. Ein kleiner Teil ist jedoch invasiv: Diese Arten breiten sich über Samen, Wurzeln oder Sprossteile rasch aus und schaden dem hiesigen Ökosystem.
Welche Probleme verursachen sie?
- gefährden die Gesundheit von Menschen und Tieren
- verdrängen einheimische Pflanzen- und Tierarten
- verursachen teure Schäden an Bauwerken
- führen bei unkontrollierter Ausbreitung zu hohen Beseitigungskosten
So bekämpfen Sie wirkungsvoll
- Pflanzen frühzeitig vor dem Absamen entfernen.
- Verseuchte Bestände regelmässig jäten.
- Nicht ausgrabbare Pflanzen wiederholt schwächen – Blätter und Triebe entfernen oder ringeln.
- Pflanzen immer im Kehricht entsorgen – nie im Kompost.
So funktioniert der Neophytensack
In drei SchrittenSack gratis beziehen
Beim Gemeindehaus (Bernstrasse 116) oder an den vier Standorten im Dorf – kostenlos und ohne Anmeldung erhältlich.
Problempflanzen einfüllen
Nur invasive Neophyten samt Wurzeln, Blüten und Samen einfüllen – keine übrigen Garten- oder Grünabfälle.
Vollen Sack zurückgeben
An einem der vier Standorte deponieren oder mit dem normalen Kehricht bereitstellen – beides wird abgeholt.
Wichtig: Problempflanzen nie auf den Kompost oder in die Grünabfuhr geben – sonst verbreiten sich Samen und Wurzelteile weiter.
Wo gibt es den Neophytensack?
kostenlos beim Gemeindehaus und an vier Standorten im DorfInteraktive Karte
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Adressen und Routen finden Sie auch in der Liste unten. Kartendaten © OpenStreetMap-Mitwirkende.
Die Problempflanzen
Suchen oder filtern Sie die wichtigsten ArtenKanadische / Riesen-Goldrute
Solidago canadensis / S. gigantea
- Herkunft
- Nordamerika
- Höhe
- 50–250 cm
- Blüte
- Juli–Oktober
- Ausbreitung
- rund 19’000 Flugsamen pro Stängel, dazu unterirdische Ausläufer
- Vorkommen
- Gärten, Brachland, Böschungen, extensive Wiesen
Gefahrbreitet sich rasch aus und verdrängt einheimische Arten
BekämpfungVor dem Verblühen ausgraben und im Kehricht entsorgen.
Riesen-Bärenklau
Heracleum mantegazzianum
- Herkunft
- Kaukasus
- Höhe
- bis 3 m
- Blüte
- Juli–September
- Ausbreitung
- über 10’000 Samen pro Pflanze, bis 7 Jahre keimfähig
- Vorkommen
- feuchte, nährstoffreiche Ufer und Waldränder
GefahrHautverbrennungen bei Berührung und Sonnenlicht; verdrängt einheimische Pflanzen
BekämpfungBlüten abschneiden, Pflanze ausgraben und im Kehricht entsorgen.
Drüsiges Springkraut
Impatiens glandulifera
- Herkunft
- Himalaya
- Höhe
- 50–250 cm
- Blüte
- Juli–September
- Ausbreitung
- bis 4000 Samen pro Pflanze, bis 7 m weit weggeschleudert
- Vorkommen
- feuchte Ufer, Wälder und Gärten
Gefahrbreitet sich rasch aus, verdrängt einheimische Arten, fördert Erosion an Gewässern
BekämpfungVor der Blüte ausreissen, im Kehricht entsorgen; über mehrere Jahre wiederholen.
Japanischer Knöterich
Reynoutria japonica
- Herkunft
- Asien
- Höhe
- bis 3 m
- Blüte
- August–September
- Ausbreitung
- über Wurzeln und Rhizome – 1 cm Rhizom genügt für eine neue Pflanze
- Vorkommen
- Ufer, Wälder, Gärten – praktisch überall
Gefahrbildet grosse Bestände, durchbricht Teerbeläge und destabilisiert Böschungen
BekämpfungKompletter Aushub inkl. Wurzeln, danach Kontrolle über mehrere Jahre.
Einjähriges Berufkraut
Erigeron annuus
- Herkunft
- Nordamerika
- Höhe
- 30–150 cm
- Blüte
- Juli–Oktober
- Ausbreitung
- bis 50’000 Samen pro Pflanze, vom Wind verweht
- Vorkommen
- Brachland, Weg- und Bahnböschungen, Äcker, Wiesen
Gefahrbreitet sich rasch aus und verdrängt einheimische Pflanzen auf Ökoflächen
BekämpfungVor der Samenbildung jäten und im Kehricht entsorgen; mehrjährig wiederholen.
Robinie / falsche Akazie
Robinia pseudoacacia
- Herkunft
- Nordamerika
- Höhe
- Baum bis 30 m
- Blüte
- Mai–Juni
- Ausbreitung
- Hülsenfrüchte bis 100 m windverbreitet, 10 Jahre keimfähig; Wurzelausschläge
- Vorkommen
- Magerwiesen, Waldränder, Ödland, felsige Hänge
Gefahrverdrängt heimische Arten; Samen, Blätter und Rinde sind giftig
BekämpfungJungpflanzen jäten, Bäume ringeln, nachroden; Holz verbrennen, Grünteile in den Kehricht.
Sommerflieder
Buddleja davidii
- Herkunft
- Asien
- Höhe
- 2–4 m
- Blüte
- Juli–August
- Ausbreitung
- ca. 3’000’000 Samen pro Jahr, windverbreitet, bis 40 Jahre keimfähig
- Vorkommen
- trockene, kiesige Standorte, Bahnböschungen, Flussufer
Gefahrdichte Bestände verdrängen einheimische Pflanzen auf wertvollen Standorten
BekämpfungVor dem Verblühen ausgraben und im Kehricht entsorgen.
Essigbaum
Rhus typhina
- Herkunft
- Nordamerika
- Höhe
- 5–8 m
- Blüte
- Mai–Juni
- Ausbreitung
- starke Ausbreitung über Wurzelausläufer
- Vorkommen
- Gärten, Waldränder, Deponien, Schuttablagerungen
Gefahrverdrängt einheimische Pflanzen; Wurzeln schädigen Bauwerke; Milchsaft reizt die Haut
BekämpfungJungpflanzen jäten, Bäume ringeln, nachjäten; Holz verbrennen, Grünteile in den Kehricht.
Götterbaum
Ailanthus altissima
- Herkunft
- China und Nordkorea
- Höhe
- Baum bis 30 m
- Blüte
- Juni–Juli
- Ausbreitung
- bis 325’000 Flugsamen pro Baum, Stockausschläge und Wurzelausläufer
- Vorkommen
- Restflächen, Strassen-, Industrie- und Bahnareale
Gefahrbildet grosse Bestände; Rinde und Blätter können Hautreaktionen, Pollen Allergien auslösen
BekämpfungJungpflanzen jäten, Bäume ringeln, nachjäten; Holz verbrennen, Grünteile in den Kehricht.
Kirschlorbeer
Prunus laurocerasus
- Herkunft
- Westasien
- Höhe
- bis 6 m
- Blüte
- April–Mai
- Ausbreitung
- viele Früchte (Kirschen), durch Vögel verbreitet
- Vorkommen
- Gärten, Parks, Wälder, Hecken (sehr schattenverträglich)
Gefahrrasche Ausbreitung durch Vogelkot; verdrängt heimische Kräuter und Gehölze
BekämpfungJungpflanzen jäten, grössere ausgraben, Austriebe entfernen; Grünteile in den Kehricht.
Schmalblättriges Greiskraut
Senecio inaequidens
- Herkunft
- Südafrika
- Höhe
- 40–60 cm
- Blüte
- Mai–Oktober
- Ausbreitung
- bis 30’000 Flugsamen pro Pflanze, mind. 2 Jahre keimfähig
- Vorkommen
- Restflächen, Strassen-, Industrie- und Bahnanlagen, magere Wiesen
Gefahrverdrängt einheimische Pflanzen; giftig für Vieh, Gift bleibt in Heu und Silage
BekämpfungVor der Blüte mit Wurzeln ausreissen, im Kehricht entsorgen; nachjäten.
Jakobskreuzkraut (kein „richtiger“ Neophyt)
Senecio jacobaea
- Herkunft
- Europa und Westasien
- Höhe
- 30–100 cm
- Blüte
- Juni–August
- Ausbreitung
- tausende Flugsamen pro Pflanze, windverbreitet
- Vorkommen
- Wiesen, Weiden, Restflächen, Ufer- und Waldränder
Gefahrgiftig für Vieh; Gift reichert sich im Körper an und bleibt in Heu und Silage
BekämpfungVor dem Verblühen ausreissen und im Kehricht entsorgen.
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Ringeln
bei Robinie, Essigbaum und GötterbaumSo funktioniert das Ringeln
Im Februar: Entrindung auf 80–90 % des Stammumfangs (verhindert das Neuaustreiben), 15 cm breit in ca. 1 bis 1,5 m Stammhöhe. Der wenig verbleibende Saft ernährt den Baum, er kann aber keine Reserven mehr anlegen.
Im Folgejahr (Juni): nach dem Erscheinen von Blättern und Blüten auf dem gesamten Stammumfang ringeln.
Empfehlung: alle Robinien einer Population ringeln (auch Stämme Ø < 10 cm). Geringelte bzw. abgestorbene Bäume im folgenden Februar fällen.
Kontakt & Bestimmungshilfe
Fragen & Auskünfte
Bauverwaltung der Gemeinde Stettlen, Gruppe Umwelt & Natur,
Bernstrasse 116, 3066 Stettlen